Verbundenheit

Hier die schriftliche Zusammenfassung meines Vortrages im Seminarhaus Sampurna am 26. Juni 2016:

Guten Tag!
Mein Name ist Oliver Berner, ich bin Heilpraktiker und Osteopath in eigener Praxis in Wiesbaden. Ich habe das Glück, in den letzten zehn Jahren meiner osteopathischen Tätigkeit viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Symptomen behandelt zu haben. Hierbei konnte ich die Prozesse der Heilung und deren Prinzipien beobachten. Mein Fazit ist, dass echte Momente der Heilung nicht auf das Innere des physischen Körpers reduziert werden können. Es gibt energetische Zusammenhänge mit der Umgebung die eine besondere Rolle spielen, und auf diese möchte ich hier in diesem Vortrag eingehen.

Meine Erfahrung mit der Osteopathie verbinde ich mit meiner Erfahrung mit dem hawaiianischen Schamanismus. Andere bekannte Begriffe hierfür sind Kahuna Wissenschaften und Huna Philosophie. Hiermit beschäftige ich mich seit 1999, das sind jetzt 18 Jahre.
Seit nun bereits fünf Jahren bin ich Schüler der daoistischen Maoshan Linie, sowie der Huatuo Daoyin Linie. Dies ist eine sehr alte Schule, ich bin Schüler der 81. Generation.
Diese drei Methoden kommen aus drei ganz unterschiedlichen Kulturen, mit einer jeweils eigenen Sicht auf die Welt. Dementsprechend nutzen sie auch eine unterschiedliche Sprache und Symbolik, um die Welt, die sie sehen zu beschreiben. Trotzdem sprechen sie in der Essenz stets von derselben Sache. Dies sind die besagten energetischen Zusammenhänge mit der Umgebung. Es handelt sich hierbei um eine natürliche Verbundenheit von uns mit der Umwelt, die eine große Rolle spielt. Doch in unserer Kultur, in unserem Denken findet dies kaum Beachtung. Das wundert mich ein wenig, denn es handelt sich um einfache Konzepte, die uns die Möglichkeit geben eigenständig etwas für unsere Gesundheit und unsere Selbstverwirklichung zu tun.

kahunaDAO-Verbundenheit2In der Schulmedizin sind wir ganz offensichtlich strukturell orientiert. Bei einem Knieproblem wird der Meniskus operiert, usw.
In der Körpertherapie, über weite Strecken auch in der Osteopathie, ist dies gleichermaßen der Fall. Nehmen wir als Beispiel einen Hexenschuss. Wir haben den Iliopsoas, den großen Hüftbeuger, der akut verkrampft. Hierdurch fixiert er die Lendenwirbelsäule, diese blockiert, und es kommt zu starken Schmerzen in dem Bereich. Der für uns logische Ablauf einer Behandlung ist folglich, den Muskel zu entspannen, die Wirbelsäule zu mobilisieren, idealerweise gleichen wir noch das Nervensystem aus, mit der Folge, dass der Schmerz sich löst und die Beweglichkeit zurückkehrt. Das macht durchaus Sinn, ist aber ebenso strukturell orientiert wie das Denken der Schulmedizin.
In unserer Freizeit sind Beschäftigungen wie Joggen, Trailrunning, Yoga und Pilates beliebt, und auch hier geht es um eine körperliche Selbstoptimierung. Wir wollen die Muskulatur stärken, die Beweglichkeit verbessern, das Herzkreislaufsystem trainieren, um fitter und kraftvoller für den Alltag zu sein. Das ist natürlich auch gut, ich bin selbst Trailrunner, ich möchte das nicht schlecht reden, im Gegenteil. Viele von uns brauchen den sportlichen Ausgleich, um das Nervensystem auszugleichen, um zu entgiften und den Körper in seine Vitalität zu bringen. Doch wir reden von Sport, die meisten der Angebote sind wieder ausgesprochen strukturell orientiert und ignorieren die Prinzipien der Energiebahnen im Körper und seine Verwobenheit mit der Umgebung. Hierzu jetzt mehr:

In der biodynamischen Osteopathie haben wir ein sehr einfaches Konzept der Wahrnehmung. Wir sagen, der physische Körper ist Zone A. Zone A also ist der Bereich, der durch unsere Art zu denken einen Großteil der Aufmerksamkeit bekommt.

Bildschirmfoto 2016-07-01 um 18.39.53Dann gibt es die Zone B. Das ist so etwas wie der Energiekörper. Wie nennen ihn in der biodynamischen Osteopathie anders, aber unter dem Begriff Energiekörper können sich die meisten Menschen zumindest etwas vorstellen. Dieser Bereich ist sehr wichtig für Diagnostik und Behandlung. Nehmen wir zum Beispiel sogenannte hochsensible Menschen. Diese Menschen leiden in der Regel darunter, dass sie derart viele Informationen von außen aufnehmen, sie spüren sich selbst nicht mehr so gut und meiden demzufolge oftmals Menschenmengen, weil es sie schlicht überfordert. Bei solchen Menschen fühlt es sich für mich so an, als sei deren Zone B weiter ausgedehnt und als seien die Grenzen dieser Zone nicht klar definiert. Man kann es sich vorstellen wie ein Haus, in dem alle Fenster und Türen geöffnet sind. Die Informationen von außen können mehr oder weniger ungefiltert eindringen. Wenn solche Menschen nun lernen, ihre Zone B zu stärken, ihren Energiekreislauf in eine starke Dynamik zu bringen, so dass die Grenzen der Zone B kraftvoller sind, so wird die Sensibilität weniger Last sein, sondern eine Gabe. Der Mensch spürt sich selbst deutlicher, hat ein Fundament, und er kann die Informationen von außen besser filtern und einordnen.

Bildschirmfoto 2016-07-01 um 18.47.14Im Daoismus haben wir eine etwas detailliertere Sicht auf diese Zone B. Wir sagen, dass es direkt um den physischen Körper herum das sogenannte Wei Qi Feld gibt. Dieses ist in zwei Bereiche eingeteilt. Das erste, direkt um den Körper herum hilft uns bei der Abwehr gegen externe Faktoren, Bakterien, etc. Ist dieses Feld schwach, so sind wir anfällig für Krankheiten. Das zweite ist etwas größer und hat mit Emotionen zu tun. Sind wir zum Beispiel im Gespräch mit einem depressiven Menschen, so spüren wir dessen besondere Schwere üblicherweise deutlich. Ist unser emotionales Wei Qi Feld schwach, so wird das schwere Qi der anderen Person auf uns übergreifen und uns ebenfalls herunterziehen. Es gibt spezielle daoistische Meditationspraktiken, die darauf abzielen das Wei Qi Feld zu stabilisieren und zu stärken.

Dann haben wir die Aura. Die Aura ist so etwas wie ein Massendatenspeicher. Sämtliche Informationen aus unserem Leben sind dort gespeichert, Traumata, etc. Jeder von uns nutzt diese Aura, wenn auch meist unbewusst, um Informationen über andere Menschen zu bekommen. Wenn wir auf einen Menschen treffen, dann zapft unsere Aura die des Gegenübers an und holt sich Informationen über diesen Menschen. Das erklärt, warum uns manche Personen spontan sympathisch, oder spontan unsympathisch erscheinen. Außerdem ist die Aura sehr wichtig, wenn wir an Heilung interessiert sind, denn wir tragen wie erwähnt erlebte Traumata mit uns herum, die uns Kraft rauben können. Man kann es sich wie bestimmte Schwingungsmuster auf Ebene der Aura vorstellen, und mit Hilfe von Behandlungen und Meditation können diese Muster aufgelöst werden.

Kommen wir zur nächsten Zone, der Zone C.Bildschirmfoto 2016-07-01 um 18.49.22
Dies ist der Raum in dem wir uns alle gerade befinden. Die vier Wände, die Fenster, die Tür. Alle drei von mir erwähnten Methoden, der hawaiianische Schamanismus, der Daoismus und auch die biodynamische Osteopathie sagen: Der Organismus ist Ausdruck von seiner unmittelbaren Umgebung. Das ist auch der Ansatz von Methoden wie Feng Shui und hawaiianischer Geomantie. Wir richten unsere Umgebung derart ein, dass sie eine unterstützende Wirkung auf uns hat, wir klären Störfelder, usw. Ich habe hier auf KahunaDAO zwei Kollegen mit im Team, die beide sehr gute Arbeit auf dem Gebiet Feng Shui machen und die ich gerne weiter empfehle, wenn Sie Interesse an dieser Arbeit haben. Kontaktieren Sie hierzu bitte mich, und ich leite Sie dann gerne entsprechend weiter.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt zur Zone C ist der, dass wir hier Gemeinschaft erfahren. Ich bin sicher, dass der Hauptgrund für die Beliebtheit von z.B. Yogakursen eben diese Erfahrung von Gemeinschaft ist. Die körperliche Bedeutung ist zweitrangig. In erster Linie wollen wir uns mit anderen Menschen zusammen wohl fühlen, ein Umfeld erfahren, in dem wir uns anerkannt und unterstützt fühlen, das uns fordert und weiter bringt. Wir teilen in der Gruppe ein Energiefeld, und dieses füllt die Zone C.

Kommen wir zur letzten Zone, der Zone D.Bildschirmfoto 2016-07-01 um 18.59.07
Dies ist der Raum in alle vier Himmelsrichtungen bis zum Horizont. Wir können uns jetzt in der Vorstellung ausdehnen, über die Grenzen des Hauses hinaus, in alle Richtungen, bis hinein in den Wald in der einen und die Felder in der anderen Richtung. Meist spüren wir hierbei eine gewisse Freiheit und Ruhe. Die Zone D ist sehr wichtig, wenn es darum geht Energie aufzutanken. Ich möchte hier noch einmal ein Bild aus der chinesischen Gesundheitslehre beschreiben: Es heißt, wenn wir geboren werden, so haben wir üblicherweise, idealerweise zu 100% Lebenskraft, Qi zu Verfügung. Unser Gefäß, der Körper, ist bis oben hin mit diesem Qi gefüllt. Im Laufe unseres Lebens nun, bei steigendem Stress, Traumata, usw schöpfen wir aus diesem Gefäß, um die Herausforderungen des Lebens meistern zu können. Das Qi ist also wie das Benzin, das wir brauchen, damit der Motor läuft. Wenn der Tank nun beginnt sich zu leeren, dann ist dies der Beginn von Unwohlsein und Krankheit. Ist der Tank leer, so stirbt der Körper. Es stellt sich also die Frage: Wie tanken wir auf? Wo ist die Tankstelle? Die Zone D ist hiebei ein ganz entscheidender Bereich.

Bildschirmfoto 2016-07-01 um 19.06.51In der biodynamischen Osteopathie sprechen wir von verschiedenen Rhythmen, die sich im Bereich der Zone D befinden. Wir können es uns vorstellen wie ein Fluss, der langsam dort oben fließt, oder eine Wolkenformation, die am Himmel steht und gemächlich zu uns herüber zieht. In dem Moment, in dem unser System (ZoneA/B) zu einer tiefen Stille kommt, sei es während einer Behandlung, sei es während einer Meditation, sei es im Schlaf, da öffnet sich ein Fenster, und unser Organismus beginnt sich mit der Kraft aus diesem Fluss zu synchronisieren. Wir verbinden uns mit dieser Kraft und tanken auf.

Dies ist, zugegeben, für viele eine etwas eigenartige Vorstellung, wohl recht fremd für die meisten. Doch ich bin mir sicher, dass wir alle diesen Vorgang kennen, wenn er auch in der Regel unbewusst bleibt. Nehmen wir den Moment ganz kurz bevor wir einschlafen. Da ist diese Stille, die sich mit uns ausdehnt. Achten Sie einmal darauf. Kinder gönnen sich diesen Vorgang regelmäßig auch tagsüber, wenn sie nicht ständig vor dem Fernseher oder dem Tablet sitzen. Sie sitzen am Boden, spielen ganz kontemplativ zum Beispiel Lego, und sie tauchen wie von selbst in diese tiefe Stille ein, eine Stille, die sich ausdehnt, bis das eben dieser Vorgang beginnt, in dem sie langsam und natürlich Kraft aufnehmen.

Bildschirmfoto 2016-07-01 um 19.07.03Schauen wir nun in die Lehren der verschiedenen Kulturen, so finden wir dieses Bild der Synchronisierung mit einer externen Kraft immer wieder. Im Daoismus haben wir vergleichbare Prozesse. Nehmen wir zum Beispiel die sogenannte Guan Yin Meditation. Guan Yin ist die daoistische Göttin des Mitgefühls. Hier stellen wir uns vor, dass sie über uns im Universum schwebt. Wir sprechen dabei eine bestimmte Abfolge von Worten, die bestimmte Energiepunkte in unserem System öffnet und visualisieren dabei, wie die Energie der Guan Yin in unser System hineinfließt, um hier im Bauch anzukommen und unser Wesen mit Qi zu füllen. Wir sehen deutlich die Parallele zu dem anderen Bild aus der biodynamischen Osteopathie. Es ist im Grunde dasselbe. Interessant ist auch, dass beide von derselben Qualität der Energie sprechen. Guan Yin steht wie gesagt für das Mitgefühl, und dieser Rhythmus, dieser Fluss, er steht ebenfalls dafür, fühlt sich genau danach an. Die Tankstelle also zeigt sich hier und wirkt durch die Verbundenheit von unserem Zentrum und der Zone D, und sie wirkt durch alle Zonen hindurch, vereint sie miteinander.

Wollen wir also eigenständig unser Energiefeld nähren, so ist dies nicht möglich, wenn wir uns nur isoliert auf unseren strukturellen Körper ausrichten. Wir brauchen eine Verbundenheit mit der natürlichen Welt, und diese können wir durch regelmäßiges Training kultivieren. Nehmen wir zum Beispiel einen Menschen mit Depression, oder mit Burnout. In meiner Wahrnehmung sind beide von diesem Fluss, von dieser Verbundenheit abgeschnitten. Daher fühlt sich der Depressive derart isoliert, in sich selbst eingesperrt. Daher ist der Burnout Mensch derart ausgelaugt, nachdem er über lange Zeit die Kraft nur aus sich selbst geschöpft hat. Wir brauchen diese Verbundenheit, wenn wir ein erfülltes und glückliches Leben führen wollen. Sind wir in Kontakt mit diesem Fluss, dann ist es tatsächlich so, als wären wir von ihm getragen. Ein Mensch, der diese Verbundenheit kultiviert hat empfindet ein natürliches Urvertrauen. Es fühlt sich an, als ob wir auf einem stabilen Boot stünden, das in der Mitte eines ruhigen Flusses fährt und von der Strömung sicher getragen wird. Wir spüren intuitiv, dass dieser Fluss uns trägt. Was wir auch tun, ob wir Fehler machen, oder nicht, der Fluss trägt uns. Ob wir zu weit in die eine, oder die andere Richtung abdriften, wir kommen doch stets vom Fluss behütet ans Ziel. Es ist ein natürliches, angeborenes Gefühl, und es steht im Widerspruch zu dem üblich herrschenden General unseres Alltags: dem Ego. Denn in Verbundenheit zu dieser Kraft sind wir uns der Tatsache bewusst, dass wir eben nicht wie von klein auf gelernt nur dann gut genug sind, wenn wir so viel wie möglich wissen und so gut wie möglich dieses Wissen anwenden, um die Umwelt aus uns selbst heraus und in unserem Sinne zu kontrollieren. Vielmehr gesellt sich zu unserem Wunsch nach Verständnis und Kontrolle eben auch eine gewisse Hingabe an etwas, das uns alle verbindet. Ich glaube nicht, dass das grundsätzlich ein religiöser Gedanke ist, sondern vielmehr eine Quintessenz von dem, was die meisten von uns anstreben. Verbundenheit.

Fazit:
Es gibt drei grundlegende Voraussetzungen zur eigenständigen Förderung von Heilungsprozessen im hier genannten Zusammenhang.

  • Stille – finden wir einen Zustand, in dem unser vegetatives Nervensystem harmonisch und ausgeglichen ist, so befreit sich unsere Atmung und wir erfahren den Grundzustand, um Kraft von außen aufnehmen zu können. Zu Beginn hilft vielen hierbei tatsächlich ein körperlich orientierter Ansatz wie zum Beispiel Ausdauersport, oder etwas vergleichbares, im Rahmen der Möglichkeiten der jeweiligen Person. Zusätzlich hierzu, oder bei Personen die bereits eine gute physische Basis haben können wir mit innerer Arbeit beginnen.
  • Qi aufnehmen – dies tun wir über Übungen aus dem Qigong und der Meditation, sowie natürlich über die essentiellen Vorgänge Nahrungsaufnahme und Atmung.
  • Qi zirkulieren – auch das lernen wir durch daoistische Meditation und Gigong.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe, werfen Sie einen Blick auf die Kurse auf meiner Internetseite. Sie können sich gerne im den Verteiler eintragen, dann werden Sie automatisch über neue Seminare von mir und meinen Kollegen informiert.

Geschrieben von Oliver Berner

Heilpraktiker

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